Mittwoch, 8. Januar 2014

45. Halftime - Unterschiede

So, gerade habe ich mit meiner Gastmutter meine Schwester zum San Francisco Airport gebracht. Der Abschied war schmerzhaft, aber in einigen Monaten habe ich sie ja zum Glück schon wieder! Ich kann nur sagen, dass wir eine wundervolle Zeit zusammen hatten und mir noch einmal klar geworden ist, dass ich die beste Schwester der Welt hab. 
Ich kann es nicht richtig glauben, aber es ist wahr: die Hälfte meines Austauschjahres ist vorbei und in einigen Monaten geht es schon wieder nach Hause. Mein zweites Semester hat angefangen und das neue Jahr ist auch angebrochen. Mir geht es nach wie vor einfach perfekt hier und ich hatte noch keine Probleme mit Heimweh bis jetzt. Trotzdem vermisse ich natürlich meine Familie! Ich kann es kaum erwarten, was ich noch alles erleben werde in der zweiten Hälfte meines Auslandsjahres, denn bekanntlich soll dieser Teil noch besser als der erste sein, obwohl meine erste Hälfte schon besser als perfekt war :-P. Ich möchte nochmal allen danken, die mir das ganze ermöglicht haben und wegen denen ich die beste Zeit meines Lebens habe und mich mit allem unterstützen - ihr seid die besten! Passend zu diesem Post dachte ich, ich kann mal einige Unterschiede auflisten, die mir hier in Amerika so aufgefallen sind. Natürlich ist das höchstwahrscheinlich nicht bei jedem und überall so, aber ich kann eben nur von meinen Erfahrungen hier bei meiner Gastfamilie in Kalifornien berichten. Habt Spaß beim Lesen! ;-)

Man findet hier wirklich alles größer: von Milchkanistern bis XXL-Eisbecher. Amerikaner sind offener und freundlicher. Man benutzt in der Schule nur liniertes und absolut kein kariertes Papier. School Spirit wird hier groß geschrieben. Auch in der kleinsten Stadt gibt es einen McDonalds. Fast alle großen Supermärkte sind 24h/7d und auch meistens an Feiertagen geöffnet. Es gibt Jobs für alles: Einkäufe in Tüten packen, Einkaufswägen vom Parkplatz räumen, etc. Jeder hat einen schön gepflegten Vorgarten. Alles, wo Low Fat oder Low Calorie drauf steht, wird gekauft. Die Sonne geht hier früher unter. Amerikanische Schokolade ist nicht wirklich gut. Amerika ist ein Land der Verschwendung und recyclen ist oftmals ein Fremdwort. Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel. Dafür fängt man den Führerschein schon mit 15 an. In jedem Haus findet man neben dem riesigen Kühlschrank noch einen gigantisch großen Vorratsschrank mit allem, was man sich vorstellen kann. Natürlich besitzt auch jeder alle möglichen Soßen und Dressings, die es gibt. Es gibt hier keine richtigen Heizungen, sondern nur Heizlüfter. Gelüftet wird nie durch das Fenster (wäre ja auch viel zu umweltfreundlich), sondern durch Belüftungsgeräte oder Ventilatoren. Genauso ist auch immer der Rolladen unten und das Licht an, obwohl man einfach das Tageslicht benutzen könnte. Die Schulklingel ist gewöhnungsbedürftig: ein langer schriller Piep-Ton. Kalender fangen meistens bei Sonntag, nicht Montag an. Die Betten sind größer, höher und haben viel mehr Kissen und Decken. Kleidung, Essen oder Elektronik ist oft billiger, aber Kosmetik teurer. Es gibt kaum jemand, der hundertprozentig Amerikaner ist: eigentlich hat jeder irgendwelche Wurzeln aus anderen Ländern. Die meisten Schülerinnen tragen nur Hollister oder Missme Jeans. Es gibt viel mehr Gossip in der Schule: wenn jemand eine kleine Party unter Freunden schmeißen will, weiß am nächsten Tag die ganze Schule Bescheid. Ampeln sind auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Auch für die allerkürzesten Strecken wird das Auto benutzt. Jeder hat mindestens ein Haustier, meistens einen Hund. Das Datum wird Monat/Tag/Jahr geschrieben. Keller sind unüblich und daher etwas ganz besonderes. Amerikaner sind unfassbar stolz auf ihr Land. Vor den meisten Häusern hängt die Flagge. In jedem Klassenzimmer hängt die amerikanische Flagge, zu der jeden Tag der Pledge of Allegiance gesprochen wird. Jeder hat ein Smartphone, Laptop oder Tablet, auch die jüngsten Kinder. Die Schulzeiten sind sehr seltsam: Pausen sind 4 Minuten lang, Stunden enden teilweise um 26 oder 59 und Lunch ist 47 Minuten lang. Jeder hat einen begehbaren Kleiderschrank. Es gibt nur stilles Wasser und das schmeckt ziemlich nach Chlor (bzw. das, was sie hier als sparkling water bezeichnen, ist nicht gerade das, was ich erwartet habe). Aber Wasser wird in jedem Restaurant immer kostenlos nachgefüllt. Jedes Getränk besteht zu 90% aus Eiswürfeln. Im Klassenzimmer sind Tische und Stühle verbunden. Der Kleidungsstil ist teilweise anders; manche kommen auch im Schlafanzug oder mit Badeschlappen in die Schule und manche kleiden sich, als wären sie auf dem Laufsteg. Es gibt keine gescheiten Brötchen oder Baguettes. Generell gibt es auch keine Bäcker, sondern nur Deli's, die in Supermärkten integriert sind, aber hauptsächlich nur latschige Brötchen oder Torten verkaufen. Man meldet sich in der Schule nicht, sondern schreit einfach rein. Der Fernseher läuft fast den ganzen Tag, auch, wenn man gerade nicht guckt. Schulregeln sind strenger. Es gibt keine Eierbecher. Aus Hygienegründen sind Klo und Dusche vom restlichen Badezimmer abgetrennt. Benzin ist halb so günstig und deshalb fahren Amerikaner auch so viel. Das Speedlimit auf Autobahnen ist langsamer. Auf allen Lebensmitteln steht die Kalorienzahl ganz dick vorne drauf (obwohl man sie oftmals gar nicht wissen will). Steuern werden erst an der Kasse dazugerechnet. Vertretungslehrer kommen sogar, wenn der Lehrer aufs Klo muss, denn die Klasse wird niemals alleine gelassen. Amerikaner verreisen kaum und wenn, dann oft nur innerhalb des Landes. Autokennzeichen sind von der Gestaltung her keine Grenzen gesetzt. Amerika ist einfach unglaublich groß und hat so viel Platz für alles. Deshalb haben auch kaum Häuser einen zweiten Stock. 
Am Ende dieses Jahres werde ich die Liste nochmal deutlich ergänzen, aber das sind jetzt so die Unterschiede, mit denen ich nicht gerechnet habe. 

Kommentare:

  1. hey :) Ich bin nun schon seit längerer zeit follower deines blogs und kann ehrlich sagen das mir dein blog wirklich gut gefällt.ich finde es toll das du so regelmäßig und anschaulich schreibst.nun wollte ich auf meinem blog einen eintrag über meine lieblingsblogs machen und auch deinen blog dort nennen.
    vorher wollte ich dich fragen ob du damit auch einverstanden bist.
    schöne grüße :)
    -Betty

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    1. hey :) oh, das freut mich sehr, das zu hören - vielen dank! dein blog ist auch richtig schön und du kannst dich schon sehr auf dein abenteuer freuen, dass du noch vor dir hast ;) na klar kannst du mich auf deinem blog erwähnen, das würde mich sogar sehr freuen. danke im voraus und liebe grüße!

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